IAM Factory AG auf dem MidPoint Community Meetup 2026
Beim 2. MidPoint Community Meetup in Prag hat die IAM Factory AG gezeigt, wie Open-Source-IGA als Service funktioniert, und in der Cloud-vs.-On-Prem-Debatte klar Position bezogen. Mitten im Event sorgte eine Branchenmeldung für zusätzlichen Gesprächsstoff.
Inhaltsverzeichnis
Was wir aus Prag mitgenommen haben
Über 200 Identity-Fachleute in einem Konferenzraum in Prag und keiner schaut aufs Handy. Das allein sagt schon viel über das 2. MidPoint Community Meetup, zu dem Evolveum vom 12. bis 15. Mai eingeladen hatte.
Wir waren als Evolveum-Partner vor Ort und haben auch selbst zum Programm beigetragen. Carsten Paul hat in seinem Vortrag „IAM Factory: Flavors of ‘as a Service’“ gezeigt, wie sich mit midPoint unterschiedliche Service-Modelle von uns umsetzen lassen, von der klassischen Managed-Service-Bereitstellung für Endkunden bis hin zu Plattformansätzen für Integratoren, die midPoint als Basis ihrer eigenen Lösungen nutzen wollen. Im Kern ging es um die Frage, wie ein Open-Source-IGA-System den Erwartungen an ein echtes „as a Service“-Angebot gerecht werden kann. Also Mandantenfähigkeit, Betriebssicherheit, Update-Zyklen, SLA-Fähigkeit. Die Dinge, die in der Theorie einfach klingen und in der Praxis die eigentliche Ingenieursleistung sind.
Wie die IAM Factory AG die Diskussion mitgeprägt hat
In der Podiumsdiskussion „MidPoint in Cloud or On-Premises“ hat Carsten eine klare Pro-Cloud-Position bezogen, allerdings mit Bedingungen, die in der Praxis den Unterschied machen.
Die wichtigste betrifft die Datenresidenz. Wer in Deutschland oder der EU betreibt, muss sicherstellen, dass die Daten in derselben Jurisdiktion bleiben. Das klingt selbstverständlich, ist es bei vielen Cloud-Angeboten aber nicht. Genauso entscheidend ist eine dokumentierte Exitstrategie, also ein Weg zurück in die eigene Infrastruktur oder in eine andere Cloud. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern sich, regulatorische erst recht. Eine Cloud-Strategie ohne Exitpfad ist keine Strategie.
Was in der Diskussion ebenfalls deutlich wurde, weil es immer wieder als Argument kommt: Cloud spart kein Geld. Das ist der Punkt, an dem sich viele Organisationen selbst belügen. Der Vorteil liegt woanders. Cloud senkt technologische Hürden, weil grundlegende Infrastruktur nicht selbst betrieben und gemanagt werden muss. Aber die SLAs des Anbieters müssen den eigenen Verfügbarkeitsanforderungen standhalten, sonst handelt man ein Problem gegen ein anderes.
Die Diskussion hat auch gezeigt, dass es in der Praxis selten um ein reines Entweder-oder geht. Kombinationen aus On-Premise und Public Cloud, Private Cloud und Public Cloud, oder ein reiner Private-Cloud-Ansatz sind alles valide Architekturen. Letzterer verlangt allerdings, dass man Lastspitzen schon im initialen Design mitdenkt und die Infrastruktur entsprechend auslegt.
Digitale Souveränität bei der IAM Factory
Die Nachricht, die durch die Reihen ging
Am 13. Mai, also mitten im Meetup, berichtete heise online, dass One Identity sein deutsches Entwicklerteam in Dresden freigestellt hat. Mehr als 40 Mitarbeitende, die Entwicklung des Identity Managers, wird nach Budapest verlagert. One Identity bestätigte gegenüber heise eine „strategische Umstrukturierung“, ohne auf Details einzugehen.
Die Meldung hat in Prag intensive Gespräche ausgelöst. Viele Teilnehmende kennen die betroffenen Kolleginnen und Kollegen, manche haben jahrelang mit dem Produkt gearbeitet. Die Frage, die danach im Raum stand, war ernst gemeint: Was passiert mit Organisationen, die auf ein proprietäres Produkt gesetzt haben, dessen Entwicklung über Nacht in ein anderes Land verlagert wird? Wer hat dann noch Zugriff auf Roadmap-Entscheidungen, auf Bugfixes, auf Expertise?
Wir erleben in Projekten immer wieder, dass genau diese Abhängigkeit der eigentliche Risikofaktor ist. Weniger die Technik oder die Features, sondern die Frage, ob man morgen noch mit den Menschen sprechen kann, die das System verstehen. Open Source löst nicht alle Probleme. Aber es verändert die Machtverhältnisse grundlegend.
Was bleibt
Vier Tage Prag, und der Mehrwert entstand zu großen Teilen außerhalb des offiziellen Programms. In den Pausen, beim Abendessen, bei der Drink Reception, die wir als IAM Factory gehostet haben. Wenn Anwender, Entwickler und das Evolveum-Engineering-Team im selben Raum stehen und offen über Roadmap-Entscheidungen diskutieren, entsteht eine Qualität von Austausch, die kein Webinar ersetzen kann.
Mal ehrlich: In unserer Branche gibt es zu viele Events, bei denen Vorträge im Grunde verkappte Produktdemos sind. Das MCM2026 war das Gegenteil. Praxisnah, technisch tief, und mit einer Community, die sich gegenseitig weiterbringt, statt Visitenkarten zu verteilen. Wir freuen uns jetzt schon auf das MCM2027.
Wer bis dahin nicht warten will und midPoint evaluiert, eine Migration von einem Legacy-System plant oder wissen will, wie „as a Service“ auf Basis einer Open-Source-IGA-Plattform funktioniert, kann sich jederzeit über das Kontaktformular melden oder einen unverbindlichen Demotermin anfragen.
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